Jung von Matt landet Tiefpunkt mit Social-Bee

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Die mit Abstand schlechteste Kampagne, die ich seit langem von JvM gesehen hab.
Was ist bei Jung von Matt los? Sind seit dem Etatverlust von Mercedes alle Talente abgehauen und nur noch die Textschrubber und Pixelschubser übrig geblieben, die zu unfähig oder zu alt waren und die Agentur jetzt in das zu erwartende Schicksal einer GGK, Lintas oder Springer & Jacoby führen?
Wenn man den letzten Wurf der Agentur für den Kunden Social-Bee sieht, dann meint man, dass der Braindrain schon so weit sein muss, dass die Agentur bereits morgen ihre einst so glorreichen Tore schließe.

Die Social-Bee Kampagne soll dafür werben, dass Unternehmer nach Deutschland geflüchteten Menschen aus Kriegsgebieten wie Syrien, Afghanistan, etc. eine Anstellung geben.

Die Idee der Jung von Matt Restetruppe ist so dämlich, dass schon das bloße beschreiben einem die Schamesröte ins Gesicht treibt.
Ich versuche es trotzdem: die Grundidee besteht darin, die Überlebensstrategie, die ein Flüchtling an den Tag legen musste, um seine oft wochenlange Flucht von Krieg und Elend nach Deutschland als positive Fähigkeit und Werbung für seine Arbeitskraft zu nutzen.
In der Umsetzung sieht die Jung von Matt Idee dann Motive und Filme vor, die jeweils einen Flüchtling in einer Art Vorstellungsgespräch zeigen und ihm dann ein notwendiges Soft-Skill, das für die Flucht notwendig war zugeteilt wird.
Für den Flüchtling, der mit 85 anderen per Gummiboot über das Mittelmeer kam, heißt es dann „ich bin teamfähig“.
Für den Geflüchteten, der 2.000 km über die Balkanroute zu Fuß marschierte heißt es dann „ich bin belastbar“ usw. So zynisch kann Dummheit sein.

In derselben Logik könnte man Gruppenvergewaltigungsopfer sagen lassen „ich bin multitaskingfähig“ oder Opfer von Kindesmissbrauch „ich kann Geheimnisse hüten“.

Menschen, die geflohen sind, sind nicht aus freien Stücken in Boote gestiegen, um nach Deutschland zu kommen. Es sind keine Abenteurer, die an einer Segelregatta teilnehmen und „teamfähig“ oder „zielorientiert“ sind. Sie sind Opfer meist von Krieg und Vertreibung ohne jede Perspektive, wie kann man diese grausamen Schicksale für Werbung so missdeuten?

Diese Kampagne ist an Zynismus, Empathielosigkeit und mangelnder Allgemeinbildung nicht zu überbieten.
Viel wird bei Jung von Matt offensichtlich nicht mehr nachgedacht und beim Kunden Social-Bee offensichtlich auch nicht, wobei dieser mit der Freigabe dieser Arbeit, das weitverbreitete Klischee über mangelnde Fähigkeiten und Bildung in B2B Werbeabteilungen leider bestätigt.

Lieber Jean Remy von Matt, ich hoffe, dass es bei diesem, wenn auch sehr peinlichen, Ausrutscher der einst kreativen Vorzeigeagentur bleibt. So darf eine Ära nicht zu Ende gehen.

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